Die Lohnforderungen der NS-Zwangsarbeiter
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    Zwangsarbeiterin bei Unio

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Klara K.

Ich bin am 14.12.1922 in Magdeburg geboren, meinen Vater habe ich fast nicht gekant, denn ich war noch ein keines Kind als er starb. Meine Mutter heiratete wieder 1929 einen gewissen Karl Lindemann, der Ober-Aufseher viele viele Jahre auf einem Gut in der Nähe von Magdeburg gewesen war. Meine Mutter war eine sehr fleißige und arbeitsame Frau gewesen, sie hatte einen Gemüsestand am Alten Markt, und arbeitete von früh bis spät um uns Kinder zu versorgen, ich habe noch einen Bruder. Als sie wieder heiratete eröffnete sie auch ein Gemüse-Geschäft und einen Obst- und Gemüsekeller. Eine Frau, die wir Tante Hedwig riefen, und wir auch sicher waren, daß sie unsere richtige Tante ist, zog uns von klein auf, wir waren sehr an sie gebunden, und ich glaube, sie war mehr an allem informiert, was bei uns zuhause vorging, wie meine eigene Mutter, da alles in ihren Händen lag. Ich besuchte die Volksschule und später die Mittelschule, und war auch am städt. Stadttheater in der Ballettschule, und war so ein richtiges gesundes Kind, welches viele Freundinnen hatte, und auch viel bei allen Straßenspielen dabei war.
Dies ging alles gut bis 1932, auf einmal hörten die Kinder auf, mit mir zu spielen, in der Klasse das selbe, auch Lehrer gaben mir keine guten Noten mehr, und auf einmal spürte ich, daß ich irgendwie anders war als alle anderen Kinder. Inzwischen war Tante Hedwig auch von uns weggegangen, und auf einmal hörte ich bei uns zu Hause, daß sie uns irgendwo angezeigt hatte, daß meine Mutter das Obst mit Unrat wasche und deshalb hat sie soviel Glück, soviel zu verkaufen.

Anfangs lachte man darüber, da alle meine Mutter kannten und wußten, was für eine ordentliche und fleißige Frau sie war, aber als die Nazis zur Macht kamen, wurde dies zu unserem Verhängnis, und ein Bekannter gab meiner Mutter einen Wink, daß man sie verhaften will, und so ließ sie alles stehen und floh mit uns über die polnische Grenze, von diesem Moment war für mich alles beendet, die Schulausbildung, und was mich persönlich anging, die Ballettausbildung, was mich am meisten damals schmerzte.

Anfangs hielten wir uns bei Bekannten im polnischen Oberschlesien auf, denn dort wurde viel Deutsch gesprochen, denn eine andere Sprache kannten wir nicht, und wir dachten, daß wir bloß ein paar Wochen da sein werden, und bald zurückkehren werden. Aber die Briefe, die von meinem Stiefvater kamen wurden immer mehr schlimmer, und nach Monaten erkannten wir, daß es vorläufig kein Zurück gab. Nach einem Jahr kam unser Stiefvater uns nach. Richtig für mich fing damals schon der Krieg an, ich hatte mit meiner neuen Umgebung nichts Gemeinsames, auch nicht die Sprache, und man nannte uns auch die Deutschen. Aber wir hatten keinen anderen Ausweg, und nach vielem Hin und Her, ließen wir uns in Mislowice, wo mal die frühere deutsch-polnische Grenze war, nieder. Mein Bruder konnte sich dort kein Platz gefinden, und mit 15 Jahren schmuggelte er sich bis nach Frankreich durch, wo meine Mutter zwei Brüder hatte.

Am 1. September 1939 war schon der Krieg bei uns, waren wir doch die erste Station des Krieges, und Oberschlesien war sofort wieder deutsches Reich, und nach zwei Monaten evakuierte man uns wieder auf die polnische Seite, und ich kam wieder in eine mir ganz fremde Gegend, die nur ein paar Km von Myslowice entfernt war, die aber immer zu Polen gehört hatte, die auch noch Offiziell zum Deutschen Reich zugehörig war, aber nicht so wie Mislowitz. Wir mußten bald Binden tragen, und es wurden Leute gefangen, um sie zum sogenannten Arbeitseinsatz nach Westdeutschland zu schicken., man nahm uns zu Zwangsarbeiten und allen möglichen Schikanen, etwas später fingen auch Transporte an, und es hieß, man würde umgesiedelt. Wir wohnten nur 18 Km entfernt von Auschwitz, aber für uns sagte der Name nichts, wir wußten, daß es eine kleine Stadt sei. 1942 kamen wir ins Ghetto, das aus einer kleinen Straße bestand. Die Transporte wurden immer häufiger, bis am 19. Mai 1943 die Auflösung des Ghettos Modrov war, und die Juden abtransportiert wurden. Meine Familie und ich konnten uns nach Srodula (Sosnovice), wo das größte Lager war, retten, aber da kaum angekommen, fing auch dort ein Transport nach dem anderen an, bis am 1. August 1943 die allgemeine Aussiedlung war, meine Eltern gingen am 2. August den Weg nach Auschwitz, und mehr habe ich sie nie mehr gesehen, meine Mutter war erst 42 Jahre alt. Ich, die in einem anderen Bunker war, saß dort bis 28. Dezember 1943, und dann wurde ich verhaftet und ins Gefängnis gesteckt, und zum letzten Transport von Srodula gebracht und kam am 18. Januar 1944 nach Auschwitz. Nach Selektionen rechts und links, kam ich mit noch ein paar Frauen auf die Quarantäne in Birkenau, bevor bekam ich eine Nummer tätowiert auf den linken Arm, und fortan war ich eine Nummer, in Lumpen angezogen, die Haare abgeschnitten und den Tod jede Minute vor den Augen. Nach acht fürchterlichen Tagen wurde ich mit anderen Frauen zur Arbeit für die Fabrik "Union" ausgesucht. Ich arbeitete da von Januar 1944 bis Januar 1945. Die Arbeit war schwer, 12 Stunden am Tage, wir waren immer Hungrig und müde, da wir schon drei Uhr früh aufgeweckt wurden, und eineinhalb Stundenbis zum Arbeitsplatz hin und zurück gehen mußten, da die Fabrik 4 Km vom Lager entfernt war, später wurden wir in Auschwitz in der Nähe der Fabrik umquartiert. Wir wurden bewacht von SS Obersten, Kapo und Meistern. Ich arbeitete in der Kontrolle, wo wir Schlag- und Sztellbolzen lehrten, später wurde ich an einen Tisch, wo ich arbeitete Vorarbeiterin, und unter anderen Arbeiten mußte ich schwere Kisten zum Wiegen und Abzählen in den Lagerraum schleppen, bis zum heutigen Tage Leide ich an Rückenschmerzen.

Bei der Liquidation Auschwitz am 18.Januar 1945 war ich am Todesmarsch dabei, wir gingen 10 Tage bis nach Eschechen, und von dort nach Manthausen, ich kam in eine Filiale von Manthausen in ein Frauenlager, das zwischen Linz und Salzburg lag, Lenzing, wurde dort am 8. Mai 1945 von den Amerikanern halb verhungert befreit.
 

   
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